08.09.2022

Status quo: Wie steht es um die Deutsche Gründerszene im Jahr 2022?

Eine wachsende Zahl an Med-Techs, fehlender Gründernachwuchs und spannende Erkenntnisse zur Diversität: Die deutsche Start-up-Szene steht irgendwo zwischen post-pandemischen Chancen und fehlenden gesetzlichen Rahmenbedingungen. Wie wird sich das Ökosystem in Zukunft verändern und wo liegen Anknüpfungspunkte für Verbesserungen? Ein Blick auf den Status quo und die Zukunft der deutschen Gründerszene. 

Die zwei Seiten der Pandemie

Die Covid-19-Pandemie spaltete das Start-up-Ökosystem: Während die Krise einige Start-ups und Branchen wie den stationären Handel oder die Reisebranche schwer traf, profitierten andere stark oder entwickelten ihre Ideen zum erfolgreichen Business. Das wirkt sich auch auf den Status quo aus: Aktuell gibt es besonders viele Start-ups im Medizin- und Gesundheitswesen, Tendenz steigend. In 2021 waren es beispielsweise 1,4 Prozent mehr als noch im Vorjahr. (*1;2) Der Grund lag sicher nicht zuletzt in der gestiegenen Akzeptanz und Notwendigkeit für Innovationen im Med-Tech-Bereich. Davon zeichnete sich jedoch wenig im Investitionsvolumen ab: Kapitalgeber investierten deutlich mehr in IT-Unternehmen als in Start-ups aus dem Medizinbereich.(*1) Allerdings sollte bedacht werden, dass auch online Plattformen, Software und KI häufig medizinische Zwecke verfolgen. Ein Beispiel dafür ist auch der Science4Life-Alumni eye2you. Das Team entwickelt eine Lösung, die es Hausärzten mit Hilfe von künstlicher Intelligenz ermöglicht, Routine-Check-Ups der Netzhaut zuverlässig durchzuführen. 

Größter Verlierer war die krisengebeutelte Tourismus- und Reisebranche, die aktuell das Branchen-Schlusslicht unter den Start-up-Geschäftsmodellen bildet. Laut Deutschem Startup Monitor wurden 70 Prozent der Tourismus-Start-ups beeinträchtigt und lediglich rund 3 Prozent konnten positive Entwicklungen verzeichnen. (*1)

Geschlecht und Diversität

Die Start-up-Szene gilt als jung, innovativ und schlichtweg am Puls der Zeit gelegenes Ökosystem. In einem Punkt besteht jedoch noch immer Aufholbedarf: Der Anteil von Gründerinnen. Die Zahl weiblicher Gründerinnen steigt zwar Jahr für Jahr an, liegt mit aktuell 17,7 Prozent aber weit entfernt von einer ausgeglichenen Marke. (*1) Um genau diese zu erreichen, ist vor allem die allgemeine Förderung von Gleichberechtigung und Diversität in der Gesellschaft wichtig. Denn sind hier die Weichen gestellt, wird auch die Geschäftswelt davon profitieren. Eine 2020 durchgeführte Studie des Charta der Vielfalt e.V. belegt, in welchem Umfang Diversität in der Arbeitswelt an Relevanz gewinnt. So sehen beispielsweise zwei Drittel der Unternehmen in Deutschland mit Diversity Management konkrete Vorteile für ihr Unternehmen verbunden. (*4) 

Etwas anders sieht es beim Faktor Herkunft aus. Über ein Viertel der Start-up-Mitarbeiter kommt laut dem DSM aus dem Ausland. Zudem hat mehr als jeder fünfte Gründer einen Migrationshintergrund. (*1) Neben Geschlecht und Herkunft gilt es in den kommenden Jahren jedoch auch andere Diversitätsdimensionen zu etablieren. Denn diverse Teams sind nicht nur inklusiv, sie steigern auch die Innovationskraft innerhalb von Unternehmen. (*5;6) So können Start-ups auch von Faktoren wie Altersdiversität oder körperliche-/geistige Fähigkeiten profitieren. Der Anteil der arbeitslosen Fachkräfte ist laut dem Bundesministerium für Wirtschaft unter Menschen mit Handicap beispielsweise höher als bei Menschen ohne Handicap. (*7) Hier liegen immens viele ungenutzte Chancen für Unternehmen zur Mitarbeitergewinnung.  

Gründernachwuchs

Mit etwa 85 Prozent hat der mit Abstand größte Teil an Gründenden in Deutschland einen Hochschulabschluss. (*1) Das bedeutet jedoch nicht, dass viele Studierende nach ihrem Abschluss gründen. Der Branchenexperte und Dozent für Digital Entrepreneurship, Prof. Dr. Tobias Kollmann spricht im Science4Life Podcast beispielsweise von seiner eigenen Erfahrung. Er verrät, dass der Anteil an Jungunternehmern unter den Hochschulabgängern durchaus ausbaufähig ist.(*8) Der Großteil an Absolventen strebt nach dem Abschluss immer noch eher nach Sicherheit und einer Festanstellung. Gerade in Deutschland ist dieses Sicherheitsdenken stark ausgeprägt: Laut dem Analyse-Institut Hofstede Insights, liegen die Deutschen in puncto langfristigem Denken und sicheren Vorausplanen sehr weit vorne und deutlich über Ländern wie Frankreich, den USA oder Großbritannien. (*9) Der Fakt, dass mit über 80 Prozent ein Großteil der Start-ups scheitert, trägt dem leider nichts Positives entgegen. (*10;11)

Um diese Denkweise zu ändern und die Zahl der Nachwuchsgründer zu steigern, sollte das Bildungssystem schon früh ansetzten und die Einstellung junger Menschen im Bezug aufs Gründen positiv prägen. So könnten Entrepreneure und CEOs als Redner und Gastdozenten an Hochschulen, Universitäten oder sogar schon in Schulen die Relevanz von Start-ups herausstellen und junge Menschen motivieren, selbst zu gründen. Neben Themen wie Nachhaltigkeit und Digitalisierung sollte auch Entrepreneurship in den Lehrplan der Mittel- und Oberstufen mit aufgenommen und unterrichtet werden. 

Welche Technologien und Geschäftsmodelle sind relevant?

Eine der relevantesten Zukunftstechnologien stellt nach wie vor Künstliche Intelligenz dar. Ob im Life Sciences-Sektor, beim Online-Handel oder der Mobilität von morgen: KI findet Anwendung in unzähligen Bereichen und soll uns das Leben erleichtern. So kann die Technologie eine tragende Rolle spielen, um dem Fachkräftemangel entgegenzuwirken oder die Straßen sicherer zu machen. Zwischen 2019 und 2020 stieg die Anzahl von Unternehmen, die KI nutzen von 6 auf 8 Prozent an.(*12;13) Das ist sehr wenig, vergleicht man diese Zahl mit denen der Start-up Szene. Hier geben über 84 Prozent an, dass KI einen Einfluss auf ihr Geschäftsmodell hat. (*1)

Neben Technologien wie KI lohnt es sich, einen Blick ins Metaverse zu werfen. Das digitale “Parallel-Universum” ist seit geraumer Zeit in aller Munde und bietet scheinbar grenzenlose Geschäftsmöglichkeiten im Rahmen einer virtuellen Welt. Start-ups können hier praktisch mit allem Fuß fassen, das auch in der Realität existiert. Seien es Messen, Finanzen, Kunst, Handel oder andere Geschäftsbereiche: Das Metaverse nimmt immer weiter Form an und gewinnt auch für Gründer an Relevanz.

Auch ein großer Teil der Ideen der Science4Life Businessplanphase 2022 basierte auf einem Grundgedanken: Nachhaltigkeit. Denn hierbei handelt es sich um viel mehr als um einen Trend: Um dem Klimawandel so effektiv wie möglich entgegenwirken zu können, gilt es für junge Unternehmen Innovationskraft zu zeigen. Für über 60 Prozent der Gründer spielt das Thema in ihrem Geschäftsmodell eine Rolle. Über 40 Prozent ordnen ihr Produkt oder ihre Dienstleistung der “Green Economy” zu. (*1) Dieses Business-Modell ist nicht nur gut für die Umwelt, sondern macht auch aus wirtschaftlicher Sicht Sinn, denn es gibt hier nach wie vor eine hohe Anzahl an Marktlücken. Viele Start-ups haben verstanden, dass beide Faktoren Hand in Hand gehen.

Quellen

*1 Deutscher Startup Monitor 2021 (2021). Bundesverband Deutsche Startups e. V. Abgerufen am 8. August 2022, von https://startupverband.de/fileadmin/startupverband/mediaarchiv/research/dsm/dsm_2021.pdf 

*2 Deutscher Startup Monitor 2020 (2020). Bundesverband Deutsche Startups e. V. Abgerufen am 8. August 2022, von https://deutscherstartupmonitor.de/wp-content/uploads/2020/09/dsm_2020.pdf 

*3 Capital. (2022, 24. Juni). German Start-up Awards 2022: Das sind die Gewinner. capital.de. Abgerufen am 8. August 2022, von https://www.capital.de/wirtschaft-politik/german-start-up-awards-2022--das-sind-die-gewinner-31982912.html 

*4 Studie Diversity Trends. - Für Diversity in der Arbeitswelt. (2020). Charta der Vielfalt e.V. Abgerufen am 10. August 2022, von https://www.charta-der-vielfalt.de/aktivitaeten/studie-diversity-trends/ 

*5 Van Knippenberg, D., De Dreu, C. K. W., & Homan, A. C. (2004). Work group diversity and group performance: An integrative model and research agenda. Journal of Applied Psychology. Athens.

*6 Parrotta, P., D. Pozzoli & M. Pytlikov (2012). Does Labour Diversity Affect firm productivity?. ssrn electronic journal. Rochester.

*7 Fachkräfte finden – Rekrutieren von Menschen mit Behinderung (2012) Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie. Abgerufen am 10. August 2022, von https://www.bmwk.de/Redaktion/DE/Publikationen/Ausbildung-und-Beruf/fachkraefte-finden-rekrutierung-von-menschen-mit-behinderung.pdf?__blob=publicationFile&v=1 

*8 Kollmann, T. (2022, 17. Juni). Wie entwickelt sich die Deutsche Start-up-Szene? [Audio-Podcast]. In: Science4Life Podcast. Science4Life. https://open.spotify.com/episode/66CV34jILqa3jlvHihrAC2 

*9 Hofstede Insights. (2021, 21. Juni). Country Comparison. Abgerufen am 10. August 2022, von https://www.hofstede-insights.com/country-comparison/france,germany,the-uk,the-usa/ 

*10 Gründerpilot. (2022, 17. März). Wie viele Startups scheitern. Gründerpilot. Abgerufen am 10. August 2022, von https://www.gruenderpilot.com/wie-viele-startups-scheitern/ 

*11 Embroker. (2022, August 3). 106 Must-Know Startup Statistics for 2022. Embroker. Abgerufen am 10. August 2022, von https://www.embroker.com/blog/startup-statistics/ 

*12 Einsatz von Künstlicher Intelligenz in der Deutschen Wirtschaft (2019) Bundesministerium für Wirtschaft und Energie https://www.bmwk.de/Redaktion/DE/Publikationen/Wirtschaft/einsatz-von-ki-deutsche-wirtschaft.pdf?__blob=publicationFile&v=8#:~:text=Im%20Jahr%202019%20haben%20rund,8%20%25%20aller%20Unternehmen%20im%20Berichtskreis

*13 Bitkom e.V. (2021, 21. April). Künstliche Intelligenz kommt in Unternehmen allmählich voran. Abgerufen am 10. August 2022, von https://www.bitkom.org/Presse/Presseinformation/Kuenstliche-Intelligenz-kommt-in-Unternehmen-allmaehlich-voran

Diesen Artikel teilen

Ähnliche Themen

Das ist die Businessplanphase von Science4Life

18.03.2026

Aus Ideen entstehen Unternehmen – bei unserem Science4Life Venture Cup und Science4Life Energy Award unterstützen wir Gründer dabei, ihre Geschäftsidee zu realisieren. Gründer aus den Bereichen Life Sciences, Chemie und Energie haben noch bis zum 13. April 2026 die Chance, ihre Businesspläne in Form von Read-Decks online einzureichen. So profitieren Teilnehmer von einer Teilnahme bei Science4Life Das Besondere am Science4Life Businessplan-Wettbewerb: Unser Netzwerk. Erfahrene Branchen-Experten, Rechtsanwälte, Marketing-Profis sowie Business Angels und Investoren arbeiten seit Jahrzehnten mit uns zusammen, um Gründer zu fördern. In der Businessplanphase können sich die Gewinner auf Preisgelder in Höhe von insgesamt mehr als 60.000 Euro freuen. Der Businessplan-Wettbewerb besteht aus drei Phasen: Ideenphase, Konzeptphase und Businessplanphase. Während den Bewerbungsphasen profitieren Start-ups außerdem von Online-Seminaren unserer Experten. Heute erklären wir im Detail, wie die Businessplanphase abläuft. Das Read-Deck als Grundstein der Unternehmensgründung Ziel der dritten und letzten Phase des Businessplan-Wettbewerbs ist es, Gründer bei der Ausarbeitung eines fundierten Businessplans in Form eines Read-Decks zu unterstützen. Denn das Read-Deck ist das Dokument, das wegweisend für die Zukunft eines Start-ups ist. Egal ob bei der Suche nach Business Angels, Venture-Capital-Gebern oder Geschäftspartnern – immer mehr Akteure bewerten das Potential anhand eines Read-Deck statt des klassischen Businessplans in schriftlicher Form. Deshalb müssen die Unterlagen auch die unterschiedlichen Informationsbedürfnisse der Stakeholder erfüllen. Aber nicht nur während der Gründung sind Businessplan und Read-Deck essentiell, auch als Steuerungs- und Kontrollinstrument übernehmen sie eine wichtige Funktion: Die definierten Unternehmensziele und Planungen dienen nämlich auch dazu, das große Ganze im Blick zu behalten, auf die gesetzten Meilensteine hinzuarbeiten und sich zu fokussieren. Die Bewerbung zur Businessplanphase Der Einstieg in den Science4Life Venture Cup und den Science4Life Energy Award ist jederzeit möglich. Für die Businessplanphase kann man sich also auch bewerben, wenn man an den vorherigen beiden Wettbewerbsrunden nicht teilgenommen hat. Die Teilnahme am Wettbewerb ist simpel: Die Einreichung des Businessplans findet online über die Science4Life-Webseite statt. Die Teilnehmer müssen sich registrieren, ihren Businessplan in Form eines Read-Decks über das Science4Life-Portal hochladen und erhalten dann eine Teilnahmebestätigung. Science4Life hat über die letzten 28 Jahre ein Expertennetzwerk mit über 300 Partnern aus den jeweiligen Fachbereichen und Branchen sowie aus Rechts- und Patentanwälten, Marketing- und Finanzprofis, Business Angels, Investoren und vielen weiteren Experten aufgebaut. Einige von ihnen bewerten auch die eingereichten Read-Decks: Jedes Gründerteam erhält eine individuelle, schriftliche Einschätzung der Stärken und Schwächen des Read-Decks und damit auch zum Gründungsvorhaben. Die Start-ups haben so die Möglichkeit, das Feedback in Ruhe einzuarbeiten und ihre Geschäftsidee weiterzuentwickeln. Die Bewertungen werden von Gutachtern aus verschiedenen Fachrichtungen, wie beispielsweise Forschung, Marketing, Unternehmensberatung oder Patentrecht, abgegeben. Die unterschiedlichen Blickwinkel geben den Teilnehmern ein umfassendes Feedback in allen wichtigen Bereichen. So profitieren die Gewinnerteams von der Teilnahme an der Businessplanphase Neben den Bewertungen, die alle Gründerteams bei der Weiterentwicklung ihrer Geschäftsidee unterstützen, erhalten die fünf besten Teams des Venture Cup zusätzlich die Möglichkeit, an den Academy-Days, einem mehrtägigen Workshop, teilzunehmen. Dabei haben sie die Gelegenheit sich intensiv mit verschiedenen hochkarätigen Experten aus Wissenschaft, Industrie und Finanzwelt auszutauschen. Mit den Branchen-Experten werden die Stärken und Schwächen des Geschäftsmodells und des Read-Decks diskutiert, mit Kommunikationsfachleuten wird der dazugehörigen Präsentation der letzte Feinschliff verpasst. Denn die besten fünf Teams des Venture Cup präsentieren ihre Geschäftsideen vor der Science4Life-Experten-Jury.  Diese legt anschließend die endgültige Reihenfolge der Plätze fest. Preisgelder für die besten fünf Start-ups des Venture Cup  runden den Gewinn ab.  Das Preisgled für den 1. Platz im Venture Cup liegt bei 25.000 Euro. Das Gewinnerteam des Energy Award erwarten 5.000 Euro. Weitere Informationen zur Businessplanphase und für die Erstellung eines Read-Decks Hilfestellung zum Businessplan bekommen Start-ups schon vor der Einreichung des Businessplans: Das Science4Life-Handbuch gibt detaillierte Infos, wie ein Businessplan in Form eines Read-Decks aufgebaut und wie die Inhalte aufbereitet sein sollten.

Weiterlesen

Innovationen mit Umsetzungskraft – Die Gewinnerteams der Konzeptphase

04.03.2026

Die Konzeptphase des Science4Life Startup-Wettbewerbs zeigt eindrucksvoll, wie aus starken Ideen tragfähige Geschäftskonzepte werden. Insgesamt 91 Teams reichten in dieser Wettbewerbsrunde ihre Konzepte in Form eines Read Deck ein – mit dem Ziel, wissenschaftliche Exzellenz in marktfähige Innovationen zu überführen. Anfang der Woche wurden die besten Geschäftskonzepte aus Life Sciences, Chemie und Energie ausgezeichnet. Besonders deutlich wurde: Die Teams denken regulatorische Anforderungen, Skalierbarkeit und Patientenversorgung von Anfang an mit. Ob Genomeditierung, personalisierte Atemwegstherapie, tierfreie Sicherheitsprüfungen, innovative Antiinfektiva oder stabile RNA-Arzneimittel – die ausgezeichneten Start-ups adressieren zentrale Herausforderungen moderner Medizin und nachhaltiger Energieversorgung mit klarer Umsetzungsstrategie. Intensives Feintuning bei den Academy-Days Vor der Prämierung nahmen die zehn besten Teams der Konzeptphase des Science4Life Venture Cup an den zweitägigen Academy-Days teil. In individuellen Coachings und Workshops arbeiteten sie gemeinsam mit erfahrenen Experten gezielt an der Weiterentwicklung ihrer Geschäftskonzepte. Themen wie Finanzierung, Marktstrategie, regulatorische Anforderungen und Skalierung standen dabei im Fokus. Im Anschluss ging es für die Teams zur Konzeptprämierung. Hier erhielten sie bei einem Vortrag des Science4Life Alumni Montgomery Wagner, Co-Founder und Chief Operating Officer, Einblicke in die Gründungsgeschichte seines Start-ups revoltech, das mittlerweile auf große Erfolge zurückblicken kann. Der geschäftsführende Vorstand des Science4Life e.V. , Dr. Rainer Waldschmidt, Geschäftsführer HA Hessen Agentur GmbH und der Hessen Trade & Invest GmbH, und Dr. Stefan Bartoschek, R&D Workforce Engagement Business Partner bei Sanofi in Deutschland, betonten die Innovationskraft der Teilnehmerteams und anschließend wurden die fünf Gewinnerteams aus den Bereichen Life Sciences und Chemie sowie das Gewinnerteam des Science4Life Energy Award bekannt gegeben: Die Gewinner des Science4Life Venture Cup BiObservR entwickelt die erste wissenschaftlich validierte One-Stop-Shop-Plattform für regulatorisch konforme Risikoanalysen in der Genomeditierung. Damit will das Team aus Freiburg i. Br. der steigenden Nachfrage nach validierten Off-Target-Analysen sowie den strengeren Anforderungen der Regulierungsbehörden gerecht werden. Solche Analysen sind eine essentielle Voraussetzung für die Translation neuer, auf Genomeditierung basierender Zell- und Gentherapien. Die Idee entstand aus der Forschung an der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg mit den patentierten Verfahren CAST-Seq (in-cellula) zur Beurteilung von gewünschten (On-Target-) und unerwünschten (Off-Target-) Effekten von Genscheren. Das Münchner Start-up CAELIA Health transformiert die respiratorische Medizin. Das Team macht Inhalation erstmals mit jedem Atemzug messbar und kann diese dadurch personalisiert und datenbasiert optimieren. Das ermöglicht Millionen von Patient:innen mit Asthma oder COPD ein Leben frei von Symptomen. Hinter CAELIA Health steht ein intelligentes Spacer-System, das Sensorik, App und Analyse zu einem kontinuierlichen Therapie-Feedback verbindet. InnoZell aus Konstanz bietet ein zellbasiertes Frühwarnsystem an, das – wie der menschliche Körper – Spuren von fremden Stoffen, z.B. Bakterien, extrem verlässlich erkennt. Mit diesem Bio-Detektor können Medikamente und Medizinprodukte schnell, kostengünstig und vollständig ohne Tierversuche auf Kontaminationen getestet und überwacht werden. Das Braunschweiger Team von PROTON entwickelt einen neuen Wirkstoff, mit dem sich Staphylococcus aureus-Infektionen gezielt behandeln oder verhindern lassen. Das Risiko einer Resistenzentwicklung ist dabei gegenüber herkömmlichen Antibiotika deutlich reduziert. Schwere COPD-Patientinnen und -Patienten brauchen Therapien, die die Lunge effizient erreichen und im Alltag funktionieren. RNhale aus Planegg entwickelt inhalierbare RNA-Arzneimittel und macht RNA als stabiles Trockenpulver verfügbar. Es kann bei Raumtemperatur gelagert und skalierbar hergestellt werden. So entfallen Kühlketten- und Handhabungshürden, und innovative Therapien kommen schneller zu den Patienten. Der Gewinner des Science4Life Energy Award Mit dem Science4Life Energy Award wird das beste Geschäftskonzept aus der Energiebranche ausgezeichnet. In dieser Runde überzeugte heatbrAIn aus Bergisch Gladbach. Das Start-up ist eine Ausgründung des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) und basiert auf Forschung zu Wärmebedarfsanalysen von Gebäuden. Mithilfe von Künstlicher Intelligenz und präzisen Datenmodellen analysiert das Team, wo und wie viel Wärme heute und künftig benötigt wird. Damit schafft heatbrAIn eine fundierte Datengrundlage für die Planung neuer Wärmeversorgungslösungen und treibt die Energiewende datenbasiert voran. Jetzt startet die Businessplanphase Ab sofort geht der Science4Life Venture Cup und der Science4Life Energy Award in die finale Phase: die Businessplanphase. Start-ups aus Life Sciences, Chemie und Energie können sich unter www.science4life.de registrieren und ihre Businesspläne bis zum 13. April 2026 einreichen – auch wenn sie zuvor nicht an den früheren Wettbewerbsphasen teilgenommen haben. Science4Life freut sich auf innovative Businesspläne und die nächste Generation wissenschaftsbasierter Start-ups.

Weiterlesen

Die Konzeptphase von Science4Life

28.11.2025

Noch bis zum 12. Januar 2026 können sich Start-ups für die Konzeptphase des Science4Life Startup-Wettbewerbs registrieren und ihre innovativen Geschäftskonzepte einreichen. Neben exklusivem Feedback durch die Science4Life-Experten profitieren Gründerteams vom großen Netzwerk und Weiterbildungsangeboten, wie den Science4Life Academy-Days. Die Konzeptphase zielt als zweite Phase des Science4Life Startup-Wettbewerbs darauf ab, Gründer aus den Branchen Life Sciences, Chemie und Energie auf ihrem Weg zum Businessplan zu unterstützen. Was ist eigentlich die Konzeptphase? Die Konzeptphase ist die zweite Wettbewerbsphase des Science4Life Startup-Wettbewerbs. Sie folgt auf die Ideenphase und bereitet die Teilnehmer auf die dritte und letzte Phase, die Businessplanphase, vor. In der Konzeptphase können Gründerteams ihr Geschäftsvorhaben und ihren Zielmarkt konzeptionell ausarbeiten. Das bietet jungen Unternehmerteams die Möglichkeit, ihre Gründung von Profis mit jahrelanger Praxiserfahrung einschätzen zu lassen und Feedback von den Science4Life-Experten zu erhalten. Wer kann an der Konzeptphase teilnehmen? Die Teilnahme an der Konzeptphase steht allen Start-ups aus den Bereichen Life Sciences, Chemie und Energie offen – unabhängig davon, ob sie bereits an der Ideenphase teilgenommen haben. Teilnahmeberechtigt sind alle Teams mit Gründungsabsicht sowie Unternehmen, deren Gründung nach dem 1. September 2023 erfolgt ist. Gründerteams aus der Life Sciences und Chemie Branche nehmen am Science4Life Venture Cup teil. Für Teams aus dem Bereich Energie gibt es mit dem Science4Life Energy Award eine eigene Auszeichnung. Wie läuft die Teilnahme ab? Um an der Konzeptphase des Science4Life Venture Cup teilzunehmen, müssen Gründerteams ihr Geschäftskonzept vorstellen. Das muss in Form eines Read Decks stattfinden. Bei der Gliederung und Formulierung des Read Decks hilft auch das speziell für Science4Life entwickelte Handbuch. Gründerteams können dieses hier kostenlos downloaden. Die Beiträge können bis zum 12. Januar 2026 , 23:59 Uhr, online im Science4Life-Portal als PDF-Datei hochgeladen werden. Nach erfolgreicher Teilnahme werden die fristgerecht eingereichten und zugelassenen Wettbewerbsbeiträge durch verschiedene Branchenexperten begutachtet und bewertet. Das Science4Life Experten-Netzwerk besteht aus mehr als 300 Experten aus über 200 Institutionen und Unternehmen, die den Grundstein für einen regen Informations- und Erfahrungsaustausch bilden. Beteiligt sind Experten aus dem öffentlichen Recht, national und international agierende Konzerne, Patent- und Rechtsanwaltskanzleien, Universitäten und Hochschulen oder ehemalige Teilnehmer des Startup-Wettbewerbs. Durch dieses breit gefächerte Expertenwissen ist es möglich, die Teilnehmer auf jedem Fachgebiet ausgezeichnet zu unterstützen. Bei der Konzeptprämierung am 3. März 2026 werden die fünf besten Teams des Science4Life Venture Cup sowie das Gewinner-Team des Science4Life Energy Awards prämiert. Warum an der Konzeptphase des Science4Life Businessplan-Wettbewerb teilnehmen? Die Teilnahme an Online-Seminaren zu gründungsrelevanten Themen wie Patentrecht, Marktpotenzial, Marketing oder Investorensuche sowie das umfangreiche Expertenfeedback zum Geschäftskonzept sind nur einige Vorteile der Teilnahme am Science4Life Businessplan-Wettbewerb. Darüber hinaus können Start-ups ihr Netzwerk weiter ausbauen, von neu erlerntem Wissen profitieren, sich ein Preisgeld in Höhe von jeweils 1.500 € im Venture Cup und 1.000 €, sowie ein individuelles Business-Coaching beim Energy Award sichern und sich als Team weiterentwickeln. Die zehn besten Teams des Venture Cup erhalten außerdem Zugang zu den Academy-Days. Diese sind speziell auf die Teams aus den einzelnen Bereichen zugeschnitten: Coaches mit jahrelanger Branchenerfahrung teilen ihr Wissen und klären wichtige Fragen bezüglich der Geschäftskonzepte. Dieser zweitägige Intensivworkshop gibt den Gewinnerteams die Möglichkeit, zusammen mit ihrem persönlichen Coach ihr Geschäftskonzept zu perfektionieren. Weitere wichtige Informationen Die Teilnahme am Science4Life Startup-Wettbewerb ist kostenlos. Auf der Science4Life-Webseite können sich Gründer über den Venture Cup und den Energy Award informieren.

Weiterlesen